Einrichtungsprogramme

Jan Burse, erstellt 04. Okt 2009 Wissen Sie, was ich diesen Sommer getan habe? Ich werde mit schonungsloser Offenheit alles gestehen. Ich habe Bücher zur Programmierung von Benutzerschnittstellen ausgeliehen und/oder gekauft die nicht mit AWT, Swing oder SWT zu tun haben. Ich habe Computer gekauft auf denen nicht Windows installiert war oder ich habe etwas anderes als Windows installiert. Ich habe in anderen Programmiersprachen wie Java, JSP, HTML oder SQL programmiert. Ich gestehe ich habe dies Tagelang, Wochenlang und Monatelang getan. Was hat mich zu dieser Horrortat getrieben? Nun mein Verkaufssystem sieht vor, dass verschiedenartige virtuelle Produkte auf einer Vielzahl von Plattformen ausgeliefert werden. Leider hilft es dabei wenig auf Java zu setzen. Zwar hilf Java bei der Erstellung des Verkaufssystems selber, da man einfach über mehrere Plattformen hinweg entwickeln kann. Dasselbe gilt auch für die ausführbaren Produkte. Aber wie kommen das Produkt und das Java zum Kunden? Die Lücke ist gross. Ermöglicht ein Browser zwar das Herunterladen von einzelnen Dateien, so hilft dies wenig wenn das Produkt offline laufen soll, in mehrere Dateien strukturiert ist oder fremde Komponenten benötigt. Es muss ein Einrichtungsprogramm geschaffen werden das die nötigen Schritte für den Endbenutzer automatisiert. Leider konnten uns die verschiedenen frei erhältlichen Einrichtungsprogramm Generatoren nicht überzeugen: Schwache Anpassbarkeit bei hohem Aufwand. Wir haben uns daher entschlossen eigene Einrichtungsprogramme zu schreiben, nicht zuletzt um auch das Thema besser verstehen zu können. Die letzten 12 Jahre von XLOG waren hauptsächlich dominiert durch Java Entwicklung. Um autonome Einrichtungsprogramme zu schaffen mussten wir jedoch die Finger von Java lassen. Es begann eine Zeitreise in die Vergangenheit. Alte schon tot geglaubte Bekannte wie die nativen Plattformen von Windows, Mac und Unix zeigten wieder ihre Gesichter. Ich glaubte mich in meine Studienzeit zurückversetzt. Die Angelegenheit war sehr Zeitaufwendig da einiges aufgearbeitet werden musste, aber erstaunlicherweise lief alles glatt. Die verschiedenen Plattformen hatten über die Jahre hinweg zugelegt und benötigte Spezialitäten wie Selbstextrahierung, nebenläufige Benutzerschnittstellen und Scriptausführung waren relativ einfach realisierbar. Die Definition der Anwendungsfälle für die Einrichtungsprogramme hat uns einen halben Tag gekostet. Die Realisierung dauert nunmehr schon 3 Monate im Teilpensum und ist zu 80% abgeschlossen. Das Ergebnis ist ganz ansehnlich, trotzdem bleiben einige Fragezeichen. Wie gut wird die Akzeptanz nicht nur des Produktes sondern auch der Einrichtungsprogramme sein? Werden Massnahmen nötig sein um die Akzeptanz zu erhöhen? Bevor wir uns aber weiter den Kopf zum Thema Akzeptanz zerbrechen, wird der nächste Schritt wohl sein in die Produktion zu gehen. Das bedeutet die Produktentwicklung an die Erkenntnisse aus der Entwicklung der Einrichtungsprogramme anzupassen und beides abzuschliessen. Um durch einen Produktstart an die empirischen Daten zur Akzeptanz unseres Vorgehens zugelangen.

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